Trotzphase

Die Trotzphase ist eine schwierige Zeit für Eltern. Gerade lief Dein Kind noch brav neben Dir her und im nächsten Moment liegt ein wütender Satansbraten schreiend auf dem Boden und will gar nichts mehr von Dir wissen. Veränderung von jetzt auf gleich, erst fröhlich und dann wütend – wenn bei Kleinkindern die Trotzphase einsetzt, ist das richtige Verhalten wichtig.

Was ist die Trotzphase?

Die Trotzphase beginnt etwa im Alter von anderthalb Jahren. Kinder beginnen in diesem Alter, ihren eigenen Willen zu entwickeln und versuchen daher mit aller Kraft, ihren Kopf durchzusetzen. Wenn Dein Kind in der Trotzphase ist, handelt es oft uneinsichtig und stur und kann damit Deine Nerven bis ans Äußerste beanspruchen. Diese Stimmungsschwankungen sind aber ganz normal und gehören zur Entwicklung Deines Kindes dazu. Daher besteht kein Grund zur Panik, wenn seine Stimmung von jetzt auf gleich kippt. Im Prinzip ist die Trotzphase wie eine kleine Pubertät, denn Dein Kind testet nun die eigenen und vor allem die Grenzen seiner Mitmenschen aus.

Trotzphase: Weinendes KindIn der Trotzphase testen Kinder Grenzen aus.

Persönlichkeitsbildung in der Trotzphase

Für die Persönlichkeitsbildung von Kindern ist die Trotzphase wichtig und absolut unumgänglich. Daher solltest Du Deinem Kind – auch wenn dies manchmal schwer fällt –nicht im Weg stehen, wenn es sich selbst finden will. All das, was Kinder in ihrer Entwicklung an ersten Erfahrungen gesammelt haben, wird jetzt auf den Prüfstand gestellt und kommt zur Anwendung. Dabei wird Dein Kind in der Regel schnell erkennen, dass es doch noch nicht so autonom und selbstständig ist, wie es es gerne hätte. Auch die Umwelt funktioniert nicht immer nach den Wünschen Deines Kindes. Darauf reagiert es häufig mit Unsicherheiten und unkontrollierten Wutausbrüchen, in denen es seinem Ärger während der Trotzphase Luft macht. Du als Mami stehst mit dem Nein-sagen oftmals den trotzigen Vorstellungen Deines Kindes im Weg. Dennoch lohnt sich hier Konsequenz. Natürlich ist es nicht immer einfach, Deinem Kind in der Trotzphase Einhalt zu gebieten, gerade wenn das Geschrei in der Öffentlichkeit den Spaziergang zum Spießroutenlauf macht und Dein Kind mit seinem Getobe alle Blicke auf sich zieht.

Regeln aufstellen in der Trotzphase

Dein Kind braucht klare Regeln, an denen es sich orientieren kann. Wichtig ist, dass Du zu diesen Regeln stehst und auch während der Trotzphase standhaft bleibst – was einmal verboten wurde, bleibt auch verboten. Diese Regeln müssen unbedingt mit dem Partner abgesprochen werden und auch er muss sich daran halten. Auf diese Weise kannst Du auch verhindern, dass Euer Kind Euch gegeneinander ausspielt, um seinen Willen zu bekommen. Daher solltest Du auch dann nicht nachgeben, wenn Dein Kind mit dem großen Geschrei anfängt, weil es zum Beispiel unbedingt etwas Süßes essen möchte. Wenn Du standhaft bleibst, lernt Dein Kind, dass es mit Geschrei und viel Theater nichts erreicht. Es ist wichtig, dass es lernt, dass seine Emotionen zu kontrollieren und seine Bedürfnisse manchmal aufzuschieben. Damit die Trotzphase aber nicht nur aus Verboten und Einschränkungen besteht, solltest Du ab und an auch mal Dein Kind bestimmen lassen. Am einfachsten geht das bei Ausflügen oder Spaziergängen, bei denen Du Deinem Kind die Entscheidungen überlässt. Auf diese Weise lernt es, seinen Willen und seine Ideen konstruktiv zu gebrauchen.

Geduld bewahren in der Trotzphase

Ohne Geduld und eine Menge Ausdauer wird die Trotzphase für Dich und Dein Kind eine ziemliche Qual. Wenn Du Dir klar machst, dass diese Zeit wie kaum eine andere zur Persönlichkeitsbildung Deines Kindes beiträgt, fällt es Dir vielleicht leichter, die Wutausbrüche Deines Kindes gelassener zu sehen. Zwar kann Dein Kind Dich mit seinen Wutausbrüchen, in denen es so richtig tobt, sicher zur Weißglut bringen, aber Du solltest trotzdem immer versuchen, Dein Kind in der Trotzphase ohne Gewalt zu beruhigen. Andernfalls schädigst Du seine gesunde Entwicklung und sein Selbstwertgefühl. Jeder Konflikt und jede vergossene Träne gehören dazu, aber auch jedes Lächeln und jedes erreichtes Ziel.

So beruhigst Du Dein Kind in der Trotzphase

Manchmal muss es gar nicht erst so weit kommen, dass Dein Kind tobt, stampft und schreit, denn manche Wutausbrüche in der Trotzphase lassen sich vermeiden. So sind oftmals Müdigkeit, Hunger oder Langeweile der Grund für einen Wutausbruch. Daher solltest Du darauf eingehen und versuchen, dass es gar nicht erst so weit kommt. Du kannst zum Beispiel dafür sorgen, dass Ihr unterwegs immer etwas zu essen dabei habt. So vermeidest Du, dass Dein Kind in der Trotzphase in aller Öffentlichkeit zu schreien und zu toben anfängt, weil es Hunger hat. Langeweile, die unterwegs aufkommen könnte, kannst Du vorbeugen, indem Du dafür sorgst, dass Deinem Kind immer eine Beschäftigung zur Verfügung steht. Ihr könnt zum Beispiel unterwegs immer ein spannendes Bilderbuch, ein Kuscheltier oder ein anderes kleines Spielzeug, mit dem Dein Kind sich gerne beschäftigt, dabei haben. Im Auto kannst Du Dein Kind zum Beispiel auch damit beschäftigen, dass es auf andere Autos in einer bestimmten Farbe achtet oder „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ spielt.

Die Trotzphase eine entscheidende Entwicklungsphase für Dein Kind, weil es nun seinen Willen ausbildet. In der Trotzphase kommt es bei Kindern zu rasenden Wutanfällen. Für Eltern kann das ganz schön nervenaufreibend sein. Trotzdem ist es wichtig, dass Du Regeln aufstellst und Deinem Kind in der Trotzphase nicht alles durchgehen lässt. Nur so lernt es, dass es im Leben mit Gebrüll und Getrampel nicht weiter kommt.

Bildquelle: Vaidas Bucys/iStock/Thinkstock

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Trotzphase: 25 Kommentare

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jules_cobb 19.08.2014, 15:24 Uhr

Jaja, die Trotzphase. Leider müssen wir da alle durch...

Kirshten 30.06.2014, 15:35 Uhr

Oh, wir haben die Trotzphase gerade auch schon richtig heftig. Das ist wirklich nicht schön, aber man muss einfach konsequet bleiben wie immer.

Apfel_Sinchen 12.06.2014, 13:42 Uhr

Die Trotzphase war bei meinen beiden Kindern besonders schlimm. Jetzt sind sie aber pflegeleicht ;)

proudmami25 7.04.2014, 11:46 Uhr

Oh ja, die Trotzphase ist echt keine spaßige Zeit. Da muss ich auch gerade durch mit meiner Sophia.

AnneWand 4.04.2014, 12:11 Uhr

Das Wichtigste in der Trotzphase ist wirklich, dass man dem Kind mal Zeiten einräumt, wo es wirklich bestimmen darf. Dann werden die Male, wo man dann definitiv etwas verbieten muss nicht ganz so anstrengend.

AnnaBanana7 10.09.2013, 12:25 Uhr

Die Trotzphase ist eine echte Herausfordertung, vor allem wenn sie in der Öffentlichkeit ausgetragen wird...

WindelWinnifred 5.04.2013, 16:34 Uhr

Die Trotzphase hatten wir bisher noch nicht, aber ich mache mich da auf alles gefasst. Was ich alles schon von der Trotzphase gehört habe, ist ja abenteuerlich. Ich kann mir kaum vorstellen, dass wir so ganz von der Trotzphase verschont bleiben.

student_mum 11.09.2012, 12:51 Uhr

Mir graut es jetzt schon vor der Trotzphase! Meine Nichte ist gerade mitten in ihrer Trotzphase und hat sich um 180 Grad gewendet. Ich darf sie nicht mal mehr anfassen! Dabei war ich vor ihrer Trotzphase immer die Lieblingstante :-(

knuddelmausi88 11.09.2012, 12:48 Uhr

Die Trotzphase bei Kindern ist immer schwierig!

Lolorettaaa 22.08.2012, 17:15 Uhr

Meine Kleine ist wohl auch grad in der Trotzphase, aber zum Glück nicht so extrem. Ich habe schon Kinder erlebt bei denen die Trotzphase sehr stark war und das ist wirklich kaum zu ertragen!!!

bienewiene 26.07.2012, 12:21 Uhr

Ich wusste gar nicht dass es tatsächlich sowas wie eine Trotzpgase gibt... Ich dachte immer das liegt an zickigen Kindern und schlechter Erziehung. Hiermit entschuldige ich mich dann mal bei allen Eltern, über die ich sowas gedacht habe!

JulesKitty 20.06.2012, 10:07 Uhr

Mein Kleiner ist auch grad drin. Wenn er was will ist er erst total lieb und wenn er's dann nicht bekommt, kann er ein richtiger Satansbraten werden.

Butterkekslein 19.06.2012, 12:40 Uhr

Meine ist grade in der Pupertät, dagegen ist die Trotzphase echt harmlos. Aber keine Sorge Mamis, die Zeit dazwischen ist recht entspannt ;) War zumindestens bei meiner Tochter so...

teefanchen 14.06.2012, 13:33 Uhr

Moritz war in der Trotzphase recht Pflegeleicht, er war nur ab und zu mal bockig, Nele konnte hingegen auch richtig aufdrehen. Sie hat sogar das Trotzphasen-Klischee als schreiendes Kind, das im Supermarkt auf dem Boden liegt erfüllt... Heute finde ich das aber irgendwie sogar ganz witzig ;)

Pudelmama 5.06.2012, 17:34 Uhr

Die Trotzphase ist auch eigentlich das einzige, was ich mir so richtig schlimm vorstelle am Mami sein. Aber, wenn die Trotzphase so wichtig ist, muss man da wohl durch...

mystery44 9.05.2012, 17:36 Uhr

Ich hatte richtig Mitleid mit meiner Schwester, als ihre Maus in der Trotzphase war. Die Kleine hat sogar mal kurzzeitig angefangen zu schlagen während der Trotzphase.

choranew 26.04.2012, 15:12 Uhr

Oh Gott, die Trotzphase! Es ist so schwer, da wirklich standhaft zu bleiben und mit einem kleinen Schreihals nicht anzufangen zu streiten...

norasabine 20.04.2012, 17:06 Uhr

Die Trotzphase meines Neffen ist grad so schlimm. Ich an der Stelle meiner Schwester würde komplett durchdrehen!

Haribo5 18.01.2012, 12:23 Uhr

Ja die Trotzphase ist so eine Zeit. Die Pubertät wird dann auch nochmal spannend

fraulieb 2.01.2012, 11:35 Uhr

Meine beiden Kinder haben die Trotzphase auch kräftig ausgelebt, bzw. leben sie gerade noch aus. Wie das wohl erst mal wird, wenn sie in die Pubertät kommen..

Karibu88 2.01.2012, 11:32 Uhr

In der Trotzphase ist es besonders wichtig, dass man sich mit dem Partner abspricht. Unser David hat auch versucht, bei wem er von uns beiden weiterkommt und Lücken sehr gut erkannt. Aber er beruhigt sich jetzt schon wieder..

supihexe 2.01.2012, 11:21 Uhr

Mein Kind macht gerade eine extreme Trotzphase durch. Auf den Boden werfen und zornen, wenn die Schuhe angezogen werden sollen, gehört zum täglichen Ritual. Ich versuche dabei ruhig dabei zu bleiben und ruhig mit meinem Kind zu reden, damit es merkt, dass das gar nichts bringt.

MeineZeit 27.09.2011, 12:51 Uhr

Bei uns dauert diese Phase schon etwas länger, aber nachts wenn sie schläft ist sie dann doch meine Süße :D

cotti 24.07.2011, 22:52 Uhr

Und wenn es wirklich zu oft für alle nur negativ ausgeht, ist es meiner Erfahrung nach wirklich besser, eine Beratung anzunehmen. Es gibt das sehr unterschiedliche, besser man läßt sich von Spezialisten helfen wie z. B. bei Von Anfang an. ?-)

SunnyMummy004 23.11.2010, 14:24 Uhr

Ja, gelegentlich frage ich mich auch, ob das kleine bockige Pony wirklich mein Kind ist. Aber normalerweise gehen diese Phasen schnell wieder vorbei.

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