Dein Kleinkind mit 17-18 Monaten
Tipps und Infos für den 17. und 18. Lebensmonat
Töpfchen und Toilette Der nächste Schritt steht bevor und Dein Kind wird schon bald die lästige Windel ablegen wollen. Versuche den Moment abzupassen in dem Dein Kind von selbst bereit ist sich regelmäßig zu melden, sobald es dringend wird. Mit Zwang funktioniert hier gar nichts, denn sobald Dein Kind sich unter Druck gesetzt fühlt, wird es umso schwieriger, denn es ist wichtig, dass es auch diese Entscheidung selbstständig tätigt. Außerdem beginnt nun langsam die Kategorisierung in weiblich und männlich, die zum einen dadurch entsteht, dass das Kind seine eigene Sexualität entdeckt und zum anderen weil die Gesellschaft bestimmte Bilder bereithält, die sie kleinen Jungen und Mädchen aufdrücken will. Bedenke dabei immer, dass das Wichtigste das Wohl des Kindes ist und nicht um das, was die Gesellschaft für Dein Kind vorgesehen hat.
Kleine Mädchen sind oft schon in der Rolle der fei-nen Dame
Prinzessinen und RaufbolzenEin Mädchen tut so was aber nicht!
Bereits im Kleinkindalter werden Deinem Kind gewisse Etiketten aufgeklebt. Dabei wird meistens schon zwischen Jungen und Mädchen unterschieden und die Eltern haben meist sehr genaue Vorstellungen, was einen Jungen und was ein Mädchen tun sollte oder es ausmacht.
Mädchen sind häufig kleine Prinzessinnen, die rosa Kleidung tragen und gerne singen und tanzen. Sie sollen niedlich sein, sind sehr empfindsam und dürfen weinen. Wenn es Streit gibt, dann wird erwartet, dass das kleine Mädchen nachgibt. Egal, ob es im Recht ist oder nicht. Ungestüme, laute kleine Mädchen werden gebremst und sämtliche typischen Jungeneigenschaften werden abtrainiert. Kennst Du das auch?
Den kleinen Jungen geht es aber nicht besser? Diese sollen kämpfen lernen, weil „echte“ Männer sich durchsetzen können und weil Indianer keinen Schmerz kennen, darf ein kleiner Junge auch dann nicht weinen, wenn es für das ihn das Beste wäre. Ein gefürchteter Moment für Eltern ist auch den Sohn plötzlich im Kleid oder Röckchen zu sehen und erst recht, wenn er sich schminken möchte oder sich sonst „typisch“ weiblich verhält. Schnell entsteht die unbegründete Angst, dass der Junge vielleicht auch später noch gerne Röcke tragen möchte. Was sollen denn nur die Nachbarn denken?
Letztendlich ist es völlig egal was die Nachbarn denken, denn diese sind nicht für das Glück des Kindes verantwortlich. Vieles gehört zu einem natürlichen Entdeckerdrang des Kindes, kann und sollte unterstützt werden. Wenn ein Mädchen gerne mit Autos spielt, dann darf sie das. Wenn der kleine Junge Puppen spannend findet, sollte er damit spielen dürfen. Warum nicht? Die gesellschaftlichen Vorgaben sollten für Kinder in diesem Alter noch keine Rolle spielen. Sie möchten probieren und testen, sie möchten sich und ihre Umwelt entdecken, sie möchten in fremde Rollen schlüpfen und die Erwachsenen nachahmen. Und nun liegt es an den Erwachsenen, das Interesse an der Welt zu fördern, anstatt zu verbieten. Viele Grenzen kann Dein Kind noch nicht einordnen, denn es versteht oft nicht, warum ein Mädchen etwas darf, was der Junge nicht darf. Aber im Laufe der Zeit wird Dein Kind immer häufiger merken, dass wir einen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen bzw. Frauen und Männern machen. Auch der Körper wird genauer untersucht. Der eigene, genauso wie fremde.
Der Körper wird wahrgenommenSchau mal, Dennis hat einen Penis!
Sexualität ist für viele Eltern ein heikles Thema, dass möglichst lange vermieden wird. Das niedliche Kind soll so wenig wie möglich mit Sexualität konfrontiert werden. Dabei ist es ein natürliches Verhalten, dass Dein Kind nicht nur seine Füßchen interessant findet, sondern auch seine Geschlechtsteile. Kleine Mädchen betasten sich und fühlen sich gut dabei, kleine Jungs spielen mit ihrem Penis. Das ist vollkommen verständlich, denn auch diese Teile gehören zu ihrem Körper. Warum sollte man diese Bereiche nicht berühren dürfen, wenn alle anderen Körperteile ständig berührt werden?
Es ist wichtig, dass dem Kind diese Entdeckungen nicht genommen oder gar verboten werden. Wenn das Kind sich selbst berührt und immer wieder ermahnt oder geschimpft wird, lernt es: „Es gibt Stellen an meinem Körper, die ich nicht berühren darf.“ Warum es diese Stellen nicht berühren darf, wird dem Kind aber entweder gar nicht erklärt oder es wird mit einem „Das macht man nicht“ abgefertigt. Für die spätere Entwicklung ist diese Grundlage sehr schlecht, denn Sexualität gehört zum Leben dazu und sollte nicht von klein auf mit Schuldgefühlen behaftet sein. Es ist unser (anerzogenes) Schamgefühl, was wir dem Kind mit auf den Lebensweg geben. Wie wurden wir selbst erzogen? Verhalten wir uns gar, wie unsere eigenen Eltern?
Unterschiede zwischen Männern und Frauen nimmt Dein Kind natürlich auch wahr, wenn es Mama und Papa nackt sieht. Kleine Mädchen werden feststellen, dass die Mama ähnlich aussieht. Der Papa aber ganz anders. Kleine Jungen werden erkennen, dass der Papa zwar auch einen Penis hat, aber der viel größer ist als der eigene. Und Papa hat auch mehr Haare am Körper und kratzt beim Knuddeln.
Im Laufe der Zeit wird Dein Kind wissen, was sich schön anfühlt und was es nicht möchte. Diese Entscheidungen sollten von Dir unbedingt beherzigt werden. Wenn Dein Kind von einer Tante oder einem Onkel nicht berührt, geküsst oder gedrückt werden möchte, toleriere es. Stehe Deinem Kind bei und befreie es auch aus unangenehmen Situationen. Auch, wenn Kinder noch so niedlich sind, sie wissen genau, wer sie anfassen darf und wer nicht. Es spielt keine Rolle, ob die Verwandten oder Bekannten in diesem Moment verletzt werden. Dein Kind und dessen Wohlbefinden gehen immer vor. Streicheleinheiten sollen etwas Angenehmes sein, das Dein Kind gerne annimmt. Und wir möchten ja auch nicht von jedem Menschen umarmt werden.
Beim Wechsel von Windel zum Töpfchen kann noch öfter was daneben gehen
Der Toilettengang muss geübt werdenTöpfchen
Die Erziehung zur Sauberkeit ist ein wichtiges Thema für die ganze Familie. Nicht nur die Eltern möchten, dass ihr Kind schnellstmöglich trocken ist. Auch das Kind möchte im Laufe der Zeit selbstständiger werden. Dazu gehört auch die Toilette zu benutzen, wie es die Erwachsenen machen. Am Anfang wird es so einige Rückschläge geben und vielleicht wandert das ein oder andere Bächlein auf dem Teppich. Das ist jedoch normal, da kleine Kinder sind nicht in der Lage Blase und Darm vollständig zu kontrollieren. Es dauert einige Monate bis Dein Kind wirklich zuverlässig aufs Töpfchen gehen kann. Aber jeder Versuch Deines Kindes ist ein großer Fortschritt. Du solltest ihm die Chance geben, dass Töpfchen selbst zu entdecken.
Viele Kinder möchten ab einem gewissen Alter keine Windel mehr tragen. Sie engt ein, ist warm und unangenehm. Und vor allem: Erwachsene tragen keine Windel. Ab jetzt kannst Du das Töpfchen spielerisch in den Alltag mit einbeziehen. Das Kind sollte dazu ermutigt, keinesfalls aber dazu gezwungen werden es zu benutzen. Muss es stundenlang auf dem Töpfchen verbringen, wird es schnell keine Lust mehr darauf haben. Kleine Erfolge können aber groß gefeiert werden. Auch wenn es ein Zufallstreffer war, Dein Kind wird sich über seinen Erfolg freuen und auch Du kannst zeigen, wie stolz Du bist.
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Dein Kleinkind im 17.-18. Monat: Mehr Tipps & Infos
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